Shopper Marketing, Handelsmarken und KI // Matthias Wirges, Brand on Fire
Shownotes
In dieser Folge spricht Philipp Timm mit Matthias Wirges, Gründer und Partner von Brand on Fire.
Matthias erklärt, warum Shopper Marketing in vielen Unternehmen noch immer nicht den strategischen Stellenwert hat, den es angesichts der Bedeutung des stationären Handels eigentlich haben müsste. Es geht um die wachsende Stärke von Handelsmarken, den zunehmenden Preisdruck auf Konsumenten und die Frage, wie Marken ihren Mehrwert wieder klarer, glaubwürdiger und emotionaler vermitteln können.
Außerdem sprechen die beiden darüber, warum Promotions mehr als Preisnachlässe und Cashback bieten müssen, wie sich veränderte Kassenzonen auf das Kaufverhalten auswirken und weshalb KI-Agenten zur nächsten großen Herausforderung werden könnten.
Transkript anzeigen
00:00:00: Mein heutiger Gast ist Matthias Wirges, Gründer und Partner von Brad & Fire.
00:00:04: Wir sprechen über Shopper Marketing den Stellenwert von Handelsmarken, Promotions die große Blackbox-KI und vieles mehr!
00:00:11: Ich bin Philipp Tim Geschäftsführer von Sabi und spreche alle vierzehn Tage mit führenden Köpfen der Branche in Brands and Basket – dem Podcast für Marken
00:00:19: und Handel.
00:00:27: Es war schön, Matthias, dass du heute da bist.
00:00:30: Matthias Wirges, mein
00:00:30: heutiger Gast
00:00:32: beschäftigt sich seit rund twenty-fünf Jahren mit Marken und Vermarktung.
00:00:36: Klasse, dass Du heute da wirst.
00:00:38: Philipp freu mich sehr!
00:00:39: Vielen Dank für die Einladung.
00:00:40: Sehr gerne.
00:00:41: Wir wollen auch gleich mal einsteigen mit der ersten Frage.
00:00:44: Heute geht es ja darum dich vor allem kennenzulernen.
00:00:47: Und deswegen würde ich gerne mal wissen, du bist seit vierzehn Jahren über vierzwanzig Jahre.
00:00:51: Beschäftigst du dich mit Shoppermarketing?
00:00:53: Mit Marken?
00:00:53: Mit der Vermarktonk?
00:00:55: von Marken mit Regalen.
00:00:58: Wie funktioniert das eigentlich dann persönlich bei dir, wenn du selber einkaufen gehst?
00:01:02: Funktioniert es denn überhaupt noch, obwohl du die Mechaniken sofort
00:01:05: durchschaust?".
00:01:07: Ja also ich glaube man kann dem Thema nicht entfliehen.
00:01:09: Also man ist dann schon gebrainwashed.
00:01:12: Es ist tatsächlich so dass ich beim Einkaufen auch ständig das Handyzücke und Fotos von irgendwas mache.
00:01:18: Also dementsprechend den Klassischen Shopping-Vorgang, den kann ich schon lange nicht mehr machen.
00:01:24: Sondern eigentlich ist es ein Teil der Arbeit wenn man so will.
00:01:27: aber ich mache das auch total gerne und ich gehe auch gerne shoppen in unterschiedlichen Handelsformaten.
00:01:32: Und je nachdem was es dann ist lasse ich mich auch mal mehr oder mal weniger verführen.
00:01:36: Aber ich bin auf jeden Fall Promotion affin.
00:01:38: also gerade mit Zugaben kann man mich sehr gut bekommen und ich mach dann auch gerne mit bei sowas.
00:01:44: Schoppermarketing ist so das Thema mit dem du dich sehr stark beschäftigst.
00:01:48: Ich höre auch immer mal wieder raus aus Interviews oder Podcast, wenn du doch zu Gast bist dass ja doch das Thema Schoppermarketing nach so vielen Jahren immer noch bei vielen Unternehmen am Katzen Tisch ist.
00:02:04: Ja absolut ich sehe der Aufholbedarf und ich vergleiche das ganz gerne eigentlich mit der Entwicklung die es Marketing genommen hat.
00:02:12: also Es klingt jetzt ein bisschen, als würde Opa vom Krieg erzählen.
00:02:16: Aber wenn wir noch mal zurückspulen in die Neunziger dann war das da auch nicht selbstverständlich dass Marketing in den Unternehmen eine strategische Funktion hatte sondern war auch eigentlich über Jahrzehnte ab den Sechzigern eher noch so eine interne Dienstleistungsabteilung und das ist ein bisschen die Rolle die Shoppermarketing heutzutage hat also mehrso im Zuerbeiten für Marketing und Vertrieb Und da würde ich gerne den Knoten lösen und hinkommen des Shoppermarktings Als strategische Funktion quasi auf Bord-Level verankert wird, denn am Ende des Tages – also wir sprechen hier ja über stationären Handel.
00:02:51: Und wenn wir auf den stationärenhandel gucken in den allermeisten Kategorien ist es so dass die Marken, neunzig fünfundneinzig Prozent ihres Umsatzes nach wie vor im stationären Teil des Handels machen und nicht im E-Commerce und dementsprechend müsste Shoppermarketing dort eben auch die Bedeutung haben, die nominell ihm zusteht.
00:03:10: So, und da ist ein bisschen was für nötig.
00:03:12: Und da versuche ich für zu trommeln, dass wir das aufholen und dahin kommen uns dafür zu qualifizieren.
00:03:18: Da tust du jetzt auch einiges über gerade diesen Bereich Shopper-Marketing.
00:03:21: die möchtest du stärken?
00:03:22: Da sind häufig doch Menschen noch in Unternehmen, die noch nicht das große Wissen vielleicht mitbringen unbedingt aber auch nicht diese Durchlagkraft haben im Unternehmen.
00:03:32: Du hast grade Lighthouse gegründet.
00:03:36: Und das um auch Shopper Marketing Experten auszubilden.
00:03:38: magst du da ein bisschen drüber erzählen Was du davor hast?
00:03:43: Ja, gerne.
00:03:44: Also das Grundproblem was wir im Markt haben ist eigentlich dass Shoppermarketing niemand jetzt wirklich an der Hochschule oder sonst wie lernt sondern dass in der Regel die Menschen irgendwie in so eine Abteilung reinkommen egal wie sie heißt shoppermarkting, trademarking you name it und dann entweder von der Uni da hinkommen oder aus anderen Funktionen sagen wir es mit digital marketing supply chain oder ähnliches Und dann an der Job eben angelernt werden, darin wie man da bestmöglich mitschwimmt und gut funktioniert als, sagen wir, Trademarkt hier.
00:04:18: Das ist natürlich nicht die optimale Voraussetzung denn wenn es darum geht mit gleichen Waffen zu kämpfen, dann sind die Leute im Vertrieb und dem Marketing natürlich besser ausgebildet.
00:04:28: Dann haben sie das Zweifel an der Uni schon sehr ausführlich behandelt in Trainee-Programmen von der PIKA auf gelernt was die Praxis anbelangt etc.
00:04:37: Und dann dazu sagen man bewegt sich im Unternehmen auf Augenhöhe ist halt in der Regel nicht gegeben.
00:04:44: Das halte ich für eine Schlüsselfrage und dementsprechend geht es für mich und mit der Akademie darum, dann Angebot zu machen um die Lücke zu schließen.
00:04:54: Und so sagen wir schauen uns das jetzt nicht nur im Rahmen von einem Wochenende Seminar an sondern wir gehen da wirklich in die Tiefe und sowohl was Theorie-und Praxis anbelangt, bringen wir uns da auch in ein System rein.
00:05:07: Also wir bringen das Ganze mal sozusagen zu Papier und systematisieren das und schauen dann wie wir auf dem Weg zur angestrebten Exzellenz bestmöglich uns da aufstellen können.
00:05:19: Und dass so die Grundidee der Akademie – dabei richtet sich das tatsächlich an alle Karrierestufen Nicht so, dass es nur für Einsteiger ist oder für Menschen die jetzt irgendwie von der Uni kommen oder sonst was.
00:05:30: Sondern das wird tatsächlich auf allen Karriere-Levels also auch Head of Trade Marketing genauso in der Akademie gut aufgehoben weil's auch um die strategischen Themen geht in dem entsprechenden Lernpfad.
00:05:44: Ja, Ideen auch mal von dir zu bekommen.
00:05:47: Wenn wir uns die Shopper anschauen wie sie heute durch das Geschäft laufen an den Regalen vorbeilaufen dann haben wir hoffentlich nur wenige Sekunden Zeit oder als Marker bei nur wenigen Sekunden und überhaupt auf sich aufmerksam zu machen.
00:05:59: Die Kaufentscheidung gefallen relativ schnell.
00:06:01: Welche eine Botschaft muss denn ne Point of Sale Maßnahme transportieren?
00:06:07: Und was sollten Marken konsequent vielleicht auch weglassen?
00:06:11: Also du nimmst die Antwort eigentlich schon vorweg Denn tatsächlich das größte Problem ist, dass sich viele Marken gar nicht dazu durchringen können eine Botschaft zu senden.
00:06:20: Also wir zeigen es auch in der Akademie an vielen schönen Beispiels, dass in der Praxis dann doch es nahe liegt unterschiedliche Dinge zu sendern.
00:06:27: also sagen wir jetzt geht um die Promotion und wir haben Display Crowner Dann möchte man doch noch irgendwie sagen, dass da ein Neuprodukt gibt und verschiedene Dinge nebenher kommunizieren, dass man vielleicht die Nummer Eins-Marke ist oder ähnliches.
00:06:40: Und von daher ist eigentlich das große Thema sich tatsächlich zu Streamline also sicherzustellen, dass man nur eine Sache sagen möchte die dafür richtig und dann gilt es natürlich im Vorfeld auch sicherzustellend.
00:06:54: Dass das eine was man da sagt auch möglichst relevant ist und der Mehrwert für den Shopper so groß ist, dass er das auch dann aufnimmt und nicht daran vorbeirauscht.
00:07:03: Wie ist das mit generell Markenvertrauen und Handelsmarken?
00:07:11: Im POS-Marketing-Report aus dem letzten Jahr, da klickte eine Darstellung, ein Sechzehprozent der Befragten.
00:07:17: Sie könnten vollständig auf Markenprodukte verzichten?
00:07:22: Ja es ist natürlich ein Riesenproblem.
00:07:23: also die Zahlen sind erschreckend gerade wie sich das in den letzten zehn Jahren entwickelt hat und ich halte das auch für eine Schlüsselfrage tatsächlich für viele Marken.
00:07:33: jetzt mit Blick auf die Folgejahre.
00:07:36: Also aus meiner Sicht wird es so sein, dass die Top-Marken kein Problem bekommen.
00:07:42: Dass sie auch in zehn Jahren noch im Regal stehen werden.
00:07:45: Das aber vielfach, so wie die heute Nummer drei vier fünf sechs in der Kategorie sind zunehmend unter Druck geraten werden und das sehen wir eigentlich jetzt schon, dass da Marktanteile schrumpfen, dass Budgets schrampfen.
00:07:58: Und das liegt vielfach an unterschiedlichen Dingen.
00:08:02: im Wesentlichen dass auch in den Marketing-Teil von Shoppermarketing zu wenig investiert wurde über die Zeit.
00:08:12: Also, das am Ende des Tages ist für die Shopper schwer verständlich ist warum sie eigentlich das mehr an Geld zahlen sollen für die Produkte also für die Marke.
00:08:21: Wo ist der Unterschied?
00:08:23: Sie werden verunsichert vielfach durch Stiftung, Warentest, Auswertungen und ähnliches Ökotests, Schriftung, Wahntest etc.. Wo man das Gefühl hat, Handelsmark ist eigentlich mindestens auf Augenhöhe zum Teil sogar überlegen.
00:08:38: Und gleichzeitig sollen wir dann aber deutlich mehr bezahlen.
00:08:41: Das ist natürlich ein Problem und das zu begründen und nachzuweisen dass die Marke das auch wert ist also dass es gut ist dieses Geld zu investieren.
00:08:50: Das fällt vielen Marken schwer und daran müssen wir auf jeden Fall arbeiten.
00:08:56: Das ist für mich der eine große Punkt und der andere, dass wir in den vergangenen fünf und zehn Jahren auch eine ganz große Erosion der Kaufkraft feststellen müssen.
00:09:09: Also wir erzählen uns gerne noch das wir ein reiches Land sind.
00:09:12: Wenn man sich die Zahlen aber anschaut und ich poste dazu auch gerne, weil mich das auch so ein bisschen fuchs, dass da das Verständnis für fehlt.
00:09:19: Dann haben wir einfach Millionen Haushalte in prekären Verhältnissen.
00:09:23: Wir haben Millionen Haushalta, die von Armut bedroht sind.
00:09:26: Wir hat Millionen Kinder, die in Armut aufwachsen.
00:09:30: Wir habe Millionen Haushalter von Rentnern, die nicht wissen wie sie über den Monat kommen sollen.
00:09:36: Und diesen Menschen dann zu erzählen, dass sie doch bitte Markenartikel kaufen sollen in großer Anzahl und Handelsmarken eine ganz schlechte Sache sind.
00:09:45: Das ist einfach fern der Realität.
00:09:47: Und das müssen wir auch sehen, dass da Marke auch aus der Sicht unter Druck ist also, dass einfach der wahren Korb so unfassbar teuer geworden ist.
00:09:54: Wir haben ja zwischen zwanzig neunzehnt und zwanzichfünfundzwanzig bummelig dreißig Prozent mehr Kosten beim Einkauf im Supermarkt.
00:10:01: und wo soll das Geld herkommen?
00:10:03: Das ist ja nicht parallel jetzt einkommensmäßig abgebildet.
00:10:07: Und von daher, dass sind so die zwei großen Probleme, die wir gerade im Markt haben.
00:10:12: Ist eigentlich wedi eine Vertrauens- oder Relevanzkrise hauptsächlich in den Preis geschuldet würde ich zu sagen.
00:10:19: Ja, ich glaube, wir haben generell ne Vertrauenschrise, die wie uns als Markenartikelindustrie auch selber verschafft haben.
00:10:26: also ist durch goldene Windbeutel und all diese Dinge jetzt großes Thema Shrinkflation.
00:10:34: Auch da tun sich Marken ja überhaupt keinen Gefallen, wenn sie glauben dass sie die Shopper so an der Nase herumführen können.
00:10:41: also A ist das im Internet alles transparent es gibt Seiten wo das wunderbar aufgelistet ist Und B ist auch, wenn man mal kurz so auf Werteorientierung schaut.
00:10:53: Es ist auch einfach aus der Zeit gefallen.
00:10:54: also wir leben in einer Zeit wo es eigentlich um Transparenz geht darum Vertrauen aufzubauen und Beziehung hoch zu halten und dann zu sagen ja das gilt überall nur im Handel gilt dass nicht sondern da sind wir ganz clever und führen die Schopper an der Nase rum.
00:11:09: Das ist einfach völlig aus der zeit gefallen.
00:11:11: und da gibt's dann auch zurecht blutige Nasen.
00:11:14: Na ja, klar.
00:11:16: Der Preis ist die Sache, warum man doch da mehr zu Handelsmarken greift.
00:11:19: und wenn wir dann lernen dass sie gar nicht schlechter sind?
00:11:24: Warum nicht da bleiben?
00:11:25: Ja!
00:11:26: Und es wachsen auch Generationen nach, die gar nicht mehr wissen was eigentlich eine Marke und was eine Handelsmarke.
00:11:31: Also wenn ich mir meine Kinder anschaue, dann Lieblingsbeispiel ist ja Balea.
00:11:37: Also die wissen gar nicht, dass Balea eine Handelsmarke ist.
00:11:41: Sondern was ist eigentlich eine Handel-Marke?
00:11:44: Das ist ja eine Diskussion also für die es ne Marke, so und Baleas eine Marke Und dementsprechend haben wir überhaupt keinen Stress damit Baleah in den Warenkorb zu legen.
00:11:54: Und da müssen wir eigentlich ran.
00:11:57: Wir müssen wieder auf unterschiedlichen Ebenen, du hast Vertrauen angesprochen aber es geht auch um Produktnutzen und es geht um fühlbare, merkbare, schmeckbare qualitative Unterschiede.
00:12:09: also wir müssen tatsächlich Marke stärken weil wir ansonsten ganzheitlich ein Problem bekommen werden in den nächsten Jahren was dann auch irreparable ist.
00:12:18: Also wenn der Regalplatz einmal erflöten ist und das Vertrauen nachhaltig zerstört, dann ist es auch ganz schwer da zurückzukommen.
00:12:26: Und wenn wir hier über die Krise von Marke sprechen, da müssen wir eigentlich sagen – Die Krise ist nicht eine generelle Markenartikel-Krise sondern eher eine Krise der traditionellen Markenanbieter.
00:12:38: Also jetzt nehmen wir mal Schneekoppe oder Bärenmarke, oder wenn man sich so kann man ja auf YouTube die Werbespots der Achtziger und Neunziger mal durchklicken.
00:12:46: Wer von denen ist denn noch da?
00:12:48: Also ganz viele sind auch tatsächlich verschwunden und zum Teil muss man sagen ja auch zurecht.
00:12:54: Es sind viele andere Marken nachgewachsen.
00:12:57: und wenn man heutzutage durch den Markt geht, dann sind da viele Start-up-Marken, die es auch wirklich wert sind.
00:13:04: Dass sie den Regalplatz bekommen haben und die völlig anders funktionieren und eine ganz andere Power haben.
00:13:10: Jetzt schauen wir mal auf die DTC-Marken, die da aus dem Internet kommen mit einer unfassbaren Kraft was Social Media und Reichweite anbelangt wo dann zum Teil Displays innerhalb von Stunden oder ein zwei Tagen ausverkauft sind.
00:13:23: Davon können ja traditionelle Markenartikelhersteller nur träumen also dass man froh wenn das Display leer ist bevor es abgeräumt wird nach vierzehn Tagen vom Händler.
00:13:34: Also von daher ist es auch ein Stück weit eine Marktbereinigung, die auch berechtigt ist.
00:13:39: Und aus meiner Sicht wäre's halt gut wenn die traditionellen Markenartikeler auch so'n bisschen den Schuss hören und die Zeichen der Zeit besser lesen und dahin kommen Dinge auch tatsächlich anders zu machen.
00:13:51: also Vertrauen haben wir angesprochen Qualität haben wir abgesprochen aber auch Kommunikation nicht immer dieselben alten Soßen wieder aufkochen sondern dahin zu kommen wirklich inhaltlich was zu bieten.
00:14:05: Wir reden seit, weiß ich nicht, zehn, fünfzehn Jahren über Storytelling.
00:14:09: Jetzt gehen wir mal durch die Märkte.
00:14:11: wie viele Geschichten werden denn da erzählt?
00:14:13: Ja also gratis testen ist keine Geschichte.
00:14:16: Ja, das ist nichts und Streichpreis ist keine Geschichte.
00:14:21: Cashback is' keine Geschichte.
00:14:22: also ich kann ein Cashback machen überhaupt kein Problem.
00:14:25: aber ich muss es dann schon auch in Kontextstellen der mehrwertig ist und muss erklären warum gibt's denn jetzt eigentlich Geld zurück?
00:14:31: Also was ist die Geschichte drum herum?
00:14:33: Denn ansonsten lerne ich ja als Shopper nur dass der normale Preis eigentlich nicht den richtige Preis ist.
00:14:39: Zwarzig Prozent weniger ist ja auch gut, ganz offensichtlich.
00:14:42: Sonst wird's mehr keiner anbieten.
00:14:43: So und da müssen wir ran.
00:14:44: Wir müssen einfach viel besser werden bei allen qualitativen Disziplinen.
00:14:50: Ich hatte in einer ersten Episode mit Marco Goppenstein gesprochen von Mars.
00:14:55: Und da haben wir sehr viel philosophiert über die neuen Kassenzohnen, über den Wechsel, über Self-Service-Kassen.
00:15:04: Es ist halt schon eine Challenge dass an den Self Service Kassen eben häufig keine kleineren Mitnahmeartikel mehr sind.
00:15:13: Wie wirkt sich das, also auf die Marke?
00:15:15: Das hat der Marco dann auch erklärt.
00:15:16: aber wie wirkt es sich das auf das Thema Shopper-Marketing aus?
00:15:22: Ja ich glaube dass ist ein Veränderungsprozess der da einsetzen wird.
00:15:25: Das sind natürlich für die Kategorien die betroffen sind erst mal einen Einschnitt.
00:15:30: Wird aber für die Shopper so sein, dass sie dann auch wieder lernen zum Beispiel für Kaugummi in die Süßwandabteilung zu gehen.
00:15:38: Also ich weiß nicht, wann du das letzte Mal Kaugummi normal im Regal gekauft hast.
00:15:43: Wahrscheinlich lange her oder nie!
00:15:47: Denn es ist ja so gelernt dass es an der Kasse steht.
00:15:48: aber tatsächlich ist das ja eine Zweitplatzierung in der Kassel.
00:15:51: also die Erstplatzierung ist ja da und von daher glaube ich, dass das ein Umstellungsprozess sein wird für die betroffenen Warengruppen und das ansonsten aber sich da keine große Verschiebung ergeben wird.
00:16:05: Also am Ende des Tages, wenn wir über Werte sprechen muss man sagen ist eine Auflösung dieser Quengelzone ja tatsächlich aus menschlicher Sicht durchaus begrüßenswert, dass dann nicht noch an der Kasse die Schnäpse stehen Und die Kinder angesprochen werden von den Dingen in dieser Zone, das finde ich durchaus gut.
00:16:25: Auch in meiner Rolle als Familienvater und dann müssen wir halt für die wahren Gruppen andere Lösungen finden, die das entsprechend kompensieren.
00:16:35: Dann schauen wir doch mal nach vorne.
00:16:38: Vielleicht ins Jahre two-tausenddreißig?
00:16:41: Wie wird deiner Meinung nach die Kaufentscheidung stärker prägen?
00:16:44: Ihr die Marke der Händler irgendein Creator oder ein KI-Agent?
00:16:50: Ja, also die KI Agenten machen wir am meisten Kopfschmerzen.
00:16:53: Ehrlich gesagt weil das ja noch so ein bisschen Blackbox ist und der Shopper ist eigentlich für uns viel leichter zu handhaben als die KI.
00:17:05: Denn jetzt wenn du und ich eben über TV Spots gesprochen haben, die wir schon vor Jahrzehnten gesehen haben Dann hat sowas eine lange Historie aufgebaut, die auch zu einer gewissen Irrationalität führt.
00:17:18: Wo man dann aus Sentimentalität noch zur Marke greift und sagt ach Mensch, guck mal hier, hab ich schon immer gekauft oder jetzt kaufe ich es mal wieder?
00:17:27: Und dann löst das wieder irgendwelche Gefühle aus!
00:17:30: Die KI hat das alles nicht.
00:17:31: also der KI ist das total Schnuppe was du vor zwanzig Jahren im TV gesehen hast sondern sie führt halt eine rein rationale Kaufentscheidung im Sinne deines Briefings, also im Sinne der Parameter die du dann für die Familie hinterlegt hast.
00:17:45: Und das macht es für Marken natürlich deutlich schwieriger da jetzt in die wenigen Positionen, also in die ein zwei drei Empfehlungsposition zu kommen.
00:17:56: und ich glaube da müssen wir uns schwer lang machen.
00:17:59: Also da müssen als Branche wirklich nochmal umdenken und unsere Hausaufgaben machen.
00:18:05: All diese Themen, die wir jetzt angesprochen haben im Laufe des Gesprächs müssen aufgearbeitet sein damit man dann auch Richtung KI gut aufgestellt ist.
00:18:14: Also von daher das halte ich für einen ganz großen Punkt.
00:18:17: und ansonsten ja müssen wir wieder dahin kommen dass wir Emotionalität reinbringen also dass wir die Entscheidungen die von Menschen getroffen werden auch mit dem was Menschlichkeit ausmacht verbinden dass da Emotionen drin steckt dass das nicht so technokratisch gratis testen ist, sondern dass wir tatsächlich Geschichten erzählen und es für die Menschen abholen.
00:18:39: Dass wir sie an die Hand nehmen und ihnen zeigen warum Marke auch was wertvolles ist und was mit ihrem Leben zu tun hat.
00:18:45: Also das sehe ich so als die zwei großen Bausteinen.
00:18:48: Ja gut, abschließende Frage.
00:18:51: Was sollte ein junger Shopper-Marketing verantwortlich möglichst früh lernen statt erst nach zehn Jahren Berufserfahrung?
00:19:00: Also Strategie ist so das erste, was ich mir wünschen würde.
00:19:05: Denn aktuell ist der Job sehr stark am Tagesgeschäft ausgerichtet.
00:19:10: also die meisten Abteilungen sind unter Wasser, sind unterbesetzt haben viel zuviel auf dem Tisch, hetzen von einem Call zum nächsten und kommen eigentlich gar nicht dahin dass der Kopf mal über Wasser sein kann.
00:19:22: man sich Gedanken darüber macht was werde ich jetzt für die Marke richtig?
00:19:26: Und diesen Knoten müssten wir mal gelöst bekommen, müssten da hinkommen dass die Menschen wieder bei Sinnen sind sprichwörtlich und auch über den Tellerrand des Tagesgeschäfts hinaus gucken können um zu schauen was ist denn wirklich jetzt das was die Marke braucht.
00:19:41: Also nicht nur wie kann man das nächste Pflaster auf die Wunde kleben sondern wie können wir die Wunden heilen?
00:19:46: Wie können wir substanziell arbeiten und dazu braucht es einen strategischen Rahmen und der fehlt in den allermeisten Fällen.
00:19:52: also Wenn man so hinter die Kulissen schaut, dann gibt es oftmals keine Strategie für die Abteilung.
00:19:58: Dann gibt's auch keine Strategien für Themen wie Promotion.
00:20:02: Sondern das wird einfach gemacht und dann werden die Pläne überschrieben fürs nächste Jahr und ein bisschen angepasst aber ohne eigentlich den strategischen Rahmen zu hinterfragen.
00:20:10: Und das wäre mein Rat an die Jugend, das besser zu machen als das aktuell in vielen Fällen läuft.
00:20:17: Sehr gut!
00:20:18: Ganz lieben Dank Matthias für das tollen Interview hat mir sehr viel Spaß gemacht.
00:20:21: Danke dir Philipp.
00:20:23: Und jetzt an euch liebe Hörer, wenn es euch gefallen hat dann schaltet auch nächstes mal wieder rein.
00:20:26: Wenn das heißt Brands & Basket.
00:20:29: Wunderbar!
00:20:29: Danke dir Matthias!
00:20:31: Bis dahin
00:20:36: ciao!
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